Resultate sind immer so eine Sache. Sie machen messbar, was passiert oder worum man sich bemüht. Sei es ein Endergebnis im Sport, sei es das Verkaufsergebnis in der Wirtschaft oder die Noten der Schüler oder Studenten. Wie aber misst man eine Wohltätigkeitsmission aus dem Umfeld Chancengerechtigkeit? Wie misst man Bildung und seine Wirkung? Normalerweise misst man in Zahlen, hier wird ausnahmsweise in Worten gemessen. Und zwar mit dieser wahren Geschichte aus Namibia. Sie wurde uns nach unserer Rückkehr berichtet und zeigt, warum es die Strapazen der Reise und die Arbeit dort wert war. Es ist die Geschichte zwei Teenager, die ihr Leben und das Ihrer Familie in einer der Townships mal mit einem Diebstahl, einem Betrug oder auch schon mal mit einem Raub finanzierten. Schule war nicht ihr Ding. Diese beiden Jungs sahen in Ihrer Township eine Lehrerin auf der Veranda des Gemeindehauses. Dort war eine unserer Bases angebracht und sendet die hinterlegten Inhalte. Die Lehrerin kam seit dem jeden Tag und streamte die Inhalte. Das machte die beiden neugierig, nicht nur weil man vielleicht das Tablett klauen konnte, sondern sie wollten wissen, das die junge Frau dort machte. Was noch passieren sollte, konnte aber niemand erahnen.

Die Verantwortlichen bestimmen unsere Route

Sie gingen also zu ihr, stellten sich neben den kleinen silbernen Tisch auf der Veranda. In der folgenden Stunde sahen sie sich die Videos an, die wir vorher gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern auf die Base aufgespielt haben. Es ging um Hygiene, einfache Heilbehandlungen und Prophylaxe. Die Idee den Tabletcomputer der jungen Lehrerin zu klauen, kam nun keinem der beiden mehr in den Sinn. Stattdessen stellten sie Fragen zu den Videos. Die junge Lehrerin antwortete geduldig.

Am nächsten Tag kamen die beiden wieder. Sie warteten bis auch die Lehrerin kam und stellten sich wieder hinter sie. So ging das ganze fünf Tage. Am sechsten Tag fragten die beiden dann, ob sie ihr nicht helfen könnten „Mir helfen“ fragte die Lehrerin “ bei was denn?“ „Wie würden gerne anderen erzählen was wir hier gesehen haben und ihnen helfen, nicht krank zu werden“. Die Lehrerin war begeistert, sie zeigte den Jungs ein paar „Lehrertricks“ und ließ sie anschließend aufsagen, was die beiden den anderen erzählen wollten. Nach einigen Korrekturen gab sie das ok und ernannte die beiden zu „Assistant Teachern“, was natürlich keine echte Bezeichnung war. Das war allen egal. Seitdem gehen die beiden Jungs von Haus zu Haus und erzählen was sie wissen. Manchmal bekommen sie etwas Geld dafür, manchmal werden sie aber auch gerufen, wenn jemand ein kleines Problem hat, über das die Jungs gesprochen haben. Gegen einen kleinen Obolus helfen sie dann, saubere Pflaster und Verband zu beschaffen usw. So entstand ein kleines soziales Business und die beiden sind wohl mit die jüngsten social entrepreurs Namibias. Das Beste ist aber: Seit diesem sechsten Tag haben beide nicht gestohlen und haben mehr Geld als vorher für ihre Familien. Einer der beiden hat die Lehrerin schon gefragt, wie er seine Schule nachholen kann. Er wirkte dabei sehr entschlossen.

Es sind genau solche Wendungen, die unseren Erfolg messbar machen. Und uns weiter antreibt. Wir möchten an dieser Stelle allen danken, die uns unterstützt haben.

P.S. Für alle die unsere Mission nicht auf den sozialen Medien mitverfolgt haben, eine hier kurze Zusammenfassung.