Markus Schollmeyer in der Namib © Markus Schollmeyer

Was habt ihr denn da eigentlich genau gemacht ist wohl die häufigste Frage, die nach der Rückkehr gestellt wurde. Bevor ich schreibe, was wir erlebten, eine kurze Beschreibung, weshalb wir hinfuhren. Die konkrete Mission verlief so, dass wir hier in Abstimmung mit der nambischen Seite die Bases preparierten, sie dann auf eigene Kosten dorthin brachten und auf Anweisung der Ministerien die Bases dort in Betrieb nahmen, wo die größte Notwendigkeit gesehen wurde. „Die Bases“ senden internet unabhängig als patentierte Technik made in Germany digital Inhalte auf Smartphones, Tablet Computer, Laptops usw (Mehr Info hier). So kamen wir beispielsweise in einen Kindergarten in einer sog. Township, einer sog. „Armensiedlung“ und Rural Areas (entlegene Gebiete). Aber das ist nur die halbe Geschichte.  (Und eine Bildergalerie gibts auch….)

Mr.Signal Bases senden nun Inhalt und ermöglichen so in Namibia digitale Datenübermittlung des auf den Bases befindlichen Inhalts auch dort, wo es kein Internet gibt. Und das sind mehr Orte als solche, wo es Internet gibt.

Die Verantwortlichen bestimmen unsere Route

Technik sinnvoll nutzen

Da die meisten Menschen dort ein Smartphone haben, aber eben keinen Internet Zugang (mangels Netzabdeckung oder zu hoher Kosten für den Provider) bekommen sie so nun trotzdem digital Informationen und können sogar downloaden (=mitnehmen). So verringert sich nicht nur die digitale Kluft zwischen erster und dritter Welt, sondern so verbreiten sich die von namibischer Seite gewünschten Inhalte und die Menschen bekommen Anschluss und Teilhabe, wie sie für uns selbstverständlich ist.

Die Mission wurde in Namibia in allen großen Zeitungen und Radiostationen begleitet und sogar in den Abendnachrichten des größten dortigen Senders NBC gezeigt und wir waren Studiogäste im namibischen Frühstücksfernsehen. So verbreitete sich die Botschaft des Nutzens sehr schnell und weit, was die Wirkung deutlich erhöhte. Damit hatten wir vor Abflug nicht gerechnet. Am Ende haben wir Technik ins Land gebracht, die es in Afrika noch nirgends gibt. Wir haben Bildungsmöglichkeiten gezeigt, die auch in weiten den Teilen der westlichen Welt nicht genutzt werden. Wir haben digitale Kommunikation um den gedanklichen, ideologischen Müll bereinigt, der aus unserer Sicht einer „guten Welt“ im Wege steht. Wir waren erfolgreich. Aber das ist alles nichts im Vergleich zu dem, was uns erreichte.

Auch wir bekammen etwas zurück

Das war mehr als eine Mission. Wir bekamen etwas zurück: Wir reisten mit einem Kleinwagen (kein Geländefahrzeug wegen des Budgets), mit sog. Quads und gingen zu Fuß. Wir erlebten Abenteuer, Dankbarkeit dafür, dass man auf der richtigen Seite der Erde geboren wurde, was den Wohlstand angeht und Demut vor der Natur. Wir sahen Tiere und Landschaften, die einem vor Schönheit, Größe, Bedrohlichkeit und Eleganz den Atem rauben. Wir standen auf Dünen, die Alpengipfel gleichen, standen Elefanten gegenüber, die uns hätten zertreten können, waren Gäste bei einer Löwenfamilie, die eine Antilope fressen, erkannten, dass viele kleine Termiten stärker sind, erlebten, dass man nur gemeinsam Probleme löst, teilten, lachten, haderten, vermißten unsere Lieben, aßen, tranken, feierten. Kurz: Wir lebten. Pur.

Alles zusammen entfaltet selbst auf eingefleischte Atheisten spirituelle Wirkung. Zusammen mit dem Fakt Menschen zu unterstützen bringt dies vermutlich eine Art des Bewusstseins an den Tag, das man vorher nicht kannte, die einen aber aus dem Unbewussten heraus vermutlich genau auf diese Mission brachte: Wir haben nur eine Erde, wir sind alle Menschen und ohne Gerechtigkeit als Chance zur Teilhabe und Freiheit ist alles nichts. An dieser Stelle möchte ich nicht in Schwärmerei verfallen, aber doch deutlich zum Ausdruck bringen, was mich bewegt und motiviert. In einem Satz: Nicht „die“ sollten dankbar sein, dass sie von „uns“ was bekommen haben. Wir sind dankbar, dass unser Bewusstsein erweckt wurde, wir wieder „auf dem Schirm haben“ was Sache ist. Wir machen weiter! Ihr?